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Uwe Heinelt Comics, Illustrationen, Storyboards Ausstellung im RuDi. 13. April bis 23. Mai 2007
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© www.heinelt-comic.de
Aus der Rede zur Vernissage am Freitag, dem 13. April 2007 in RuDi-Nachbarschaftszentrum:
Lieber Uwe Heinelt, meine Damen und Herren, verehrte Gäste,
es ist noch gar nicht so lange her — und einige
der hier Anwesenden werden sich noch daran erinnern, Zugegeben, ein bisschen subversiv, abgründig waren sie schon immer, die bunten Heftchen, diese aus Kino, Grafik und Literatur zusammengewürfelte Kunstgattung. Von der Pop Art zeitweilig in den Adelsstand erhoben, dann betont schmuddelig und politisch inkorrekt die Underground-Comics der Siebziger, Robert Crumb, Gilbert Shelton. Dann die delikat gezeichneten, detailbesessenen Designercomics der Achtziger, vornehmlich aus Belgien und Frankreich, von François Schuiten, Tardi oder Jacques Rivière. Heute führt die Comicliteratur eher ein Nischendasein, wenn man von dem Phänomen Manga absieht, das sich kein Erwachsener erklären kann. Aber wenn es darum geht, sich ein frisches Image zu verpassen, jung, cool und auf der Höhe der Zeit zu sein, greift sogar eine alte Dame wie die Berliner Verkehrsgesellschaft mit postmoderner Lässigkeit auf die bunten Streifen zurück. Und mit Recht: denn wer möchte nicht gern in einer U-Bahn Heinelts Betty, dieser netten BVG-Hostess, begegnen und dafür auf den einen oder anderen mitfahrenden unangenehmen Zeitgenossen verzichten? Alles über Betty sehen Sie dann nebenan, im »Kleinen Betty-Saal«. Der Raum, in dem wir uns gerade befinden, heißt — zumindest für die Dauer dieser Ausstellung — »Der Lolle-Saal«! Lolle, eine Berliner Göre aus der ARD-Serie Berlin Berlin, ist wohl das bisher umfänglichste Heinelt-Projekt. Für die erste Staffel dieser Serie hat Heinelt die Charakterdesigns und den Zeichentrickfilmstil entworfen und die Storyboards gezeichnet. Einiges von dem Illustrator Heinelt sehen Sie draußen im Gang. Erstaunlich, diese Vielfalt an Stilen und Strichen, mit der es Heinelt gelingt, den wohl nicht immer ganz leicht nachzukommenden Wünschen der Auftraggeber zu entsprechen. Heinelt hat an der Berliner Universität der Künste ein Fach studiert, unter dem wir uns alles Mögliche oder gar nichts vorzustellen vermögen: Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Vielleicht haben wir heute Abend noch Gelegenheit, ihn danach zu fragen. Klingt ein bisschen gruselig. Aber andererseits: wenn dabei ein Heinelt herauskommt, kann es so schlimm auch wieder nicht gewesen sein. Heinelt bezeichnet sich selbst als Perfektionist; wenn er gut gelaunt ist, nennt er sich Meckerkopp. Wir hoffen nur, dass es an unserer kleinen Ausstellung nicht allzu viel zu meckern gibt — für unsere kleine, feine Kiezgalerie ist es jedenfalls eine große Ehre, ihn hier zu haben —, und wünschen Ihnen allen, und uns auch, noch einen schönen Abend. Rainer Fischer
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